Katholische Pfadfinderschaft Europas - Österreich


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Vorbereitung auf das Pfadfinderleben

Die Wölflingsstufe ist die Vorstufe der Pfadfinder und umfasst jene Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Die Bezeichnung "Wölfling" hat der Gründer der Pfadfinderbewegung Baden-Powell geprägt, da er das "Dschungelbuch" von Rudyard Kipling als Grundlage für diese Alterstufe als besonders geeignet ansah. Wie die jungen Wölfe spielerisch in das Rudel hineinwachsen, so sollen die Wölflingsmädchen und -buben auf das spätere Pfadfinderleben vorbereitet werden. Die Kinder lernen durch das Spiel sich an Regeln und Gesetze zu halten, wie es auch im Dschungel notwendig ist, dass der junge Wolf das Dschungelgesetz von den Älteren lernt. Darum lautet das Wölflingsgesetz: Der Wölfling hört auf den alten Wolf. Der Wölfling lässt sich nicht gehen.

Das große Spiel im Dschungel

Die Kinder lernen durch Moogli, dem Helden des Dschungelbuches, wie raffiniert Feinde sein können und dass man immer auf der Hut sein muss. Andererseits erfahren sie die Notwendigkeit der Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Freunde. Daraus folgt, dass jeder einzelne sein Bestes für die Gemeinschaft einsetzen muss. Der Wahlspruch der Wölflinge lautet daher: Unser Bestes!

Die Wölflinge erkennen, dass jeder einzelne von ihnen gewisse Talente hat, welche zum Wohl des Rudels eingesetzt werden. Somit hat jeder innerhalb seines Rudels eine wichtige Aufgabe. Durch Wettbewerb und Erprobungen werden diese Fähigkeiten entfaltet.

Ein Wolf könnte ohne seine Sinne wie Hören oder Sehen gar nicht überleben und müsste elend zugrunde gehen. Aus diesem Grund lernen die Wölflingsmädchen und -buben auf spielerische Weise ihre Sinne zu schulen. Sie hören und sehen mehr als andere, weil sie es gelernt haben. Sie erkennen Gefahren rascher als andere. Dass die Gute Tat eine Möglichkeit ist, zu helfen, verstehen die Kinder im Wölflingsalter sehr gut. Deshalb liegen sie wie Wölfe auf der Lauer, wo sich eine Gelegenheit bietet jemandem eine Freude zu machen. Sie erfahren, dass eine kleine Hilfe für einen anderen sie selber froh macht. Auf die Gute Tat und den richtigen Gebrauch der Sinne sind die Leitsätze zurückzuführen:
Der Wölfling denkt zuerst an die anderen.
Der Wölfling hält immer Augen und Ohren offen.
Der Wölfling sieht immer sauber und ordentlich aus.
Der Wölfling sagt immer die Wahrheit.
Der Wölfling ist immer froh.

Eine kurze Begriffserklärung

Wölfling: Bub oder Mädchen zwischen sieben und zwölf Jahren
Rudel: mehrere Wölflinge (nicht mehr als ca. sieben)
Meute: mehrere Rudel
Akela: (ist im "Dschungelbuch" der Anführer des Wolfsrudels, welches Mogli aufgenommen hat): Meutenführer (eine volljährige Person)
Leitwolf: ein gleichaltriger Anführer eines Rudels
Meutentiere: Im "Dschungelbuch" kommen mehrere Tiere vor, die als die Freunde von Mogli gelten. Jede Meute sucht sich von diesen ein Tier aus und die Meute benennt sich auch so, wie das Tier im "Dschungelbuch" heißt (z.B. Meute Balu, Meute Baghira usw.)

Verlauf eines Wölflingsjahres und einer Meutenstunde

Die Meutenstunde, welche ca. zwei Stunden dauert, findet wöchentlich statt, selbstverständlich so viel wie möglich in der freien Natur (Wald, Wiese).

Die Wölflinge lernen gewisse Fertigkeiten (z.B. Weberknoten knüpfen, oder ein verletztes Knie einzubinden, usw.) Anschließend wird durch Spiel (z.B. Geländespiel, usw.) und Wettbewerb (z.B. Staffellauf usw.) diese Fähigkeit trainiert und gefestigt. Das ganze wird noch in eine spannende Rahmengeschichte eingebaut und die Wölflinge werden ihre Ohren spitzen und gespannt bei der Sache sein.

Da wir katholisch sind, wird auch das Kirchenjahr eine Rolle bei den verschiedenen Themen spielen. So wird im Oktober der Hl. Franz von Assisi (Patron der Wölflinge) im Mittelpunkt stehen. Im November ist der hl. Martin ideal geeignet, um den Kindern die Gute Tat immer wieder neu nahe zu bringen. Im Advent kann verschiedenes gebastelt werden. Die Fastenzeit wird als Vorbereitung auf Ostern genützt.

Wanderungen, Tagesausflüge oder Wochenendlager finden zwischendurch statt.

Der Höhepunkt eines jeden Wölflingsjahres ist das Sommerlager, welches ca. eine Woche dauert. Hier werden Zelte aufgebaut, die Koch- und Essstellen werden selbst errichtet. Jeden Tag gibt es einen anderen Schwerpunkt (zB. Geländespiel, Kochwettstreit, Basteltag usw.).

Wölflingsleben

Ein neuer Wölfling wird in das Rudel aufgenommen. Die anderen werden bemüht sein, ihren neuen Kameraden schnell zu integrieren. Nun hat der Wölfling die Chance, seine Fähigkeiten auszubauen oder neue zu lernen. Dafür kann er "Erprobungen" machen, die von dem Meutenführer abgezeichnet werden. Diese Erprobungen sind dem Alter des Wölflings angepasst und werden in den Meutenstunden gelernt. Hier einige: Knoten, erste Hilfe, Grundgebete, hl. Franziskus, Feuer machen, usw.

Hat der Wölfling die Erprobungen geschafft, wird er für das Versprechen zugelassen. Das Wölflingsversprechen lautet: Ich verspreche, mein Bestes zu tun, treu zu sein Gott, meinem Land, meinen Eltern und dem Gesetz der Meute, und jeden Tag jemandem eine Freude zu machen.

Nun hat der Wölfling aber die Möglichkeit, weiter an sich zu arbeiten und weitere Erprobungen abzulegen. So bekommt er den ersten Stern oder auch den zweiten, der schon mit schwierigeren Aufgaben verbunden ist.

Es entsteht ein gewisser Ehrgeiz, weil jeder den ersten und dann den zweiten Stern haben will.

Mit zwölf Jahren tritt der Wölfling in die Pfadfinderstufe über, hat aber schon durch die Erprobungen eine gute Grundlage, nicht nur für das Pfadfinderleben, sondern für den gesamten späteren Lebensverlauf.





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